Urlaub: Freude oder Leid?


Es ist soweit, ich befinde mich im Urlaub. Im richtigen Urlaub. Und das nach Ewigkeiten :)
Ihr müsst wissen, bei mir läuft die Devise „Sweet Kitçen First“. Deswegen stelle ich meine eigenen Bedürfnisse immer nach hinten bzw. ist Sweet Kitçen mein Bedürfnis.
 
Ich kann es selbst kaum fassen, auch wenn ich die ersten Urlaubstage mit der Arbeit beschäftigt bin. Es rattert nämlich 24/7 im Kopf und immer geht es um Sweet Kitçen!
 
Die Tage vor dem Urlaub waren hart, denn ich musste zwei lange Krankheitsfälle und eine Kündigung überbrücken. Was macht man in solch einer Situation? Den Urlaub streichen? 
 
Was bleibt mir anderes übrig? Wer sollte denn sonst die Tätigkeit dieser 3 Personen übernehmen? 
 
„Ruhe bewahren Gökçen“, sprach ich zu mir selbst. Denn am liebsten wär ich zusammengebrochen und hätte geheult, wie ein kleines Mädchen…
 
Das tat ich nicht! „Tief durchatmen! Denk nach Gökcen, denk nach. Dir wird schon eine Lösung einfallen“. Ich versuchte die Woche vor dem Urlaub gut durchzuplanen, Aufgaben neu zu verteilen und eventuell eine neue Angestellte zu finden. „Aber wer sollte sie einarbeiten? Wie soll ich das schaffen?“ Ging mir durch den Kopf...
 
Fragen über Fragen, Herausforderungen über Herausforderungen… immer wieder steht eine neue „Katastrophe“ an. Und was machen wir damit? Wir versuchen eine Lösung zu finden statt aufzugeben, richtig?
 
Derweil spürten meine Mitarbeiter den Druck, der in mir herrschte. Sie überlegten, ob ich den Urlaub schmeißen würde. Und waren selbst besorgt.
 
Ich sammelte mich und entschied, den Urlaub NICHT zu streichen. 
Ich denke, es ist wichtig, dass ich mir eine Art „Auszeit“ gönne. 
Es stehen immer wieder Schwierigkeiten an und jedes Mal gibt es einen Grund alle Pläne von Bord werfen zu müssen. Ich wollte das dieses Mal nicht tun! Ich wollte mich von der Situation nicht unter kriegen lassen und aufgeben. Ich wollte es trotz dieser Schwierigkeiten schaffen. Denn wenn ich irgendwann nicht mehr funktioniere, was passiert dann? Deswegen ab in den Urlaub mit mir! Dieses Mal wirklich!
 
Also schmiedete ich einen Schlachtplan :)
 
Ich stellte sofort eine Stellenausschreibung online und hielt Einzel-Meetings mit den Mitarbeitern, die eine Schlüsselposition besetzten.
 
Verantwortlichkeiten wurden übergeben und ein paar Aufgaben nahm ich mit in den Urlaub. Dennoch herrschte ein mulmiges Gefühl. Auch in mir!
 
Gott sei Dank, am letztes Tag vor meiner Reise, fand ich eine neue kompetente Mitarbeiterin! Alle freuten sich über die neue Unterstützung im Team und wir konnten ein wenig ausatmen.
 
Also wurde in letzter Sekunde organisatorisch vieles gerettet. Ich widmete mich am Tag meines Fluges meinem Urlaub. Ja… den Flug habe ich fast verpasst. Fast!
 
Angekommen in Istanbul hatte ich bisher 2 entspannte Tage, trotz Arbeit! Das zeigt mir, dass ich auch außerhalb vom Office effektiv arbeiten kann. Nun geht es bald auf die Insel und ich überlasse Sweet Kitçen meinen Mitarbeitern :)
 
Der Urlaub wäre nicht möglich gewesen, wenn mein Team nicht so stark zusammenhalten und mit anpacken würde. Sie kümmern sich um die neue Mitarbeiterin und übernehmen Verantwortung! So haben sie es mir möglich gemacht, trotzdem zu fliegen.
 
Was lerne ich aus dieser Geschichte? 
 
Es gibt immer Up and Downs! Viel wichtiger als das Hinfallen ist das wieder Aufstehen, weiter zu machen und weiter zu kämpfen! Sich nicht in seinem Elend zu besudeln, sondern nach Lösungen, Kompromissen, neuen Ideen zu suchen! Es ist noch nicht das Ende, wenn es kein gutes Ende ist :)  
Auch die Menschen in deiner Umgebung spielen eine wichtige Rolle. Egal ob Mitarbeiter, Familie oder Freunde. Man braucht eine sehr gute Menschenkenntnis. Von manchen Menschen muss man sich verabschieden, an anderen muss man festhalten!
Ein riesiges Dankeschön an mein Team!

Eure Gökçen

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